Nehringen

Der Ort Nehringen befindet sich etwa 18 Kilometer südwestlich von Grimmen und 17 Kilometer nordwestlich von Demmin am Fluss Trebel, der hier die historische Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern bildete und jetzt die Landkreise Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte trennt. Der Ortskern liegt etwa 8 m über Normalhöhenull. Das Gelände fällt zur Trebel hin auf Höhen nur knapp über dem Meeresspiegelniveau ab.

Die südliche Umgebung ist geprägt durch die feuchten und sumpfigen Niederungen entlang der Flussläufe der Trebel und des Roten Brückengrabens. Nach Norden überwiegt die ackerbauliche Bewirtschaftung der Flächen. Westlich und östlich gibt es kleinere Waldflächen.

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Der Ort Nehringen wurde erst relativ spät, 1387, das erste Mal urkundlich erwähnt. Ältestes erhaltenes Bauwerk ist ein wohl als Grenzburg an der Trebel um 1330 angelegter Burgturm. Die Entstehungszeit der im Kern spätgotischen St. Andreaskirche wird mit ca. 1350 angegeben. Besitzer von Nehringen und zahlreicher anderer Orte in der Umgebung war die adlige Familie Buggenhagen. Sie bekleideten seit dem Spätmittelalter auch das erbliche Amt des Landmarschalls im Herzogtum Pommern-Wolgast, wie es seit den Teilungen von 1368/72 entstanden war, also Vorpommern einschließlich Rügen und Usedom bis zur Peene.

Spätestens im 16. Jahrhundert verließen die Buggenhagen den Burgturm an der Trebel und errichteten eine Gutsanlage im Ort. Sie dürfte im Wesentlichen noch der auf der Karte der schwedischen Landesaufnahme von 1697 dargestellten entsprechen. Seine heutige Gestalt erhielt der Ortskern unter dem ersten Grafen Meyerfeld zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei um einige der ganz wenigen noch erhaltenen barocken Gebäudeensembles in Vorpommern. In die Umgestaltung wurde auch die Kirche mit einbezogen, die jetzt ihre barocke Außengestalt und Inneneinrichtung erhielt. Das Herrenhaus, welches vermutlich auf älteren Grundmauern steht, wurde zwischen 1780 und 1790 nochmals umgebaut und bekam dabei seine jetzige Gestalt. Zur Gutsanlage gehören auch zwei Kavalierhäuser, ein Wirtschaftshaus und eine Straßenzeile mit Wohnhäusern für die auf dem Gut Beschäftigten.

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Neben der Gutsanlage zählen der Burgturm mit Park- und Wallanlage, die St.-Andreas-Kirche und die Klappbrücke über die Trebel zu den Sehenswürdigkeiten. Weiterhin stehen mehrere Gebäude in der Dorfstraße sowie die Dorfanlage mit Kopfsteinpflasterstraße und Allee unter Denkmalschutz.

Die Trebel ist ein ca. 75 km langer Fluss, dessen zeitweiser Verlauf seit über 700 Jahren die historische Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern bildet. Urwüchsig und naturbelassen zeigt sich die Landschaft im Trebeltal. Gekennzeichnet durch Wiesen, Wälder und Moore, lädt die Region auf eine spannende Entdeckungstour oder einen erholsamen Aufenthalt ein. Die abwechslungsreiche Natur und die besondere Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen macht das Gebiet rund um die Trebel zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsort für Wasserwanderer, Radwanderer und Wandergruppen.